Mario Adorf und das politische Schauspiel

Shownotes

In dieser Episode besprechen Andy und Damian das erste Interview aus "Alte weise Männer". Geführt wurde es mit dem inzwischen im hohen Alter verstorbenen Schauspieler Mario Adorf und dreht sich um sein Verständnis von Glück, europäischem Zusammenhalt, Politik im Schauspiel und seinen Erfahrungen mit dem Krieg.

Brockhaus, Nena & Lehfeldt, Franca: Alte weise Männer (2023); Gräfe und Unzer

Instagram: https://www.instagram.com/trtbt_podcast/

Vielen Dank an das Campusradio Jena und das Frauenzentrum TOWANDA Jena!

Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:18: Hallo und herzlich willkommen zurück zur zweiten Podcast-Folge von To Write, to be true zu rechts um wahrzusein.

00:00:26: Ja der Literaturpodcast in dem rechte Literatur kritisch auseinandergenommen wird präsentiert von Andy Eckhardt

00:00:34: und Damien Arnold.

00:00:36: Und wenn ihr jetzt erst entscheidet und die erste Folge noch nicht gehört habt, die lief hier letzte Woche, würden wir glaube ich empfehlen, die einfach nochmal zu hören.

00:00:44: Einfach weil da die Grundlage drin ist worum es überhaupt geht in diesem Podcast?

00:00:49: Die Grundlage in dieser Staffel ist dieses wunderbare Werk.

00:00:53: Alteweise Männer-Homage an eine bedrohte Spezies!

00:00:56: In dieser Episode soll diese Homage Mario Adolf gewidmet sein.

00:01:02: Wir müssen jetzt sagen, ein Schauspieler, der im deutschsprachigen Raum sehr bekannt und gefeiert war in unterschiedlichsten Theater-, Film- und Fernsehproduktionen.

00:01:18: Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ist er gerade erst vor wenigen Tagen verstorben.

00:01:23: ist.

00:01:24: Ich hatte tatsächlich auch relativ gewonnen, als ich das Buch das erste Mal gelesen habe dass er überhaupt am Leben ist weil er tatsächlich schon ein sehr beträchtliches Alter erreicht hat und ich auch viele seiner Filme halt kenne und er da auch schon teilweise eben sehr alt aussieht.

00:01:42: insofern ist es doch interessant dann zu sehen was er uns hier zu sagen hat.

00:01:47: Oh Gott Damian!

00:01:50: Das ist eine Anmoderation aus der Hölle?

00:01:52: Ja, möchtest du sie neu machen?

00:01:54: Nein nein!

00:01:54: Wir können das auch so... Ich hatte mich gewundert dass er noch gelebt hat.

00:01:59: Ja im Sinne von dass du ja bestimmte Namen kennst bei denen du denkst oh das ist der Ewigkeiten her und dann festzustellen die noch unter uns weilen, gerade in einem so hohen Alter.

00:02:13: Also über neunzig das kommt ja nicht so häufig vor.

00:02:18: und gerade bei so prominenten Persönlichkeiten ist es ja dann so dass es gerne auch im alter dann irgendwann still um die Person wird weil sie ihren Ruhestand genießen und sich nicht mehr öffentlich äußern Und du kriegst dann einfach Nicht mehr mit dass Sie existieren.

00:02:31: und es könnte dann genauso gut sein Dass Du auch verpasst hast dass Es eine Todesmeldung gab oder So und Du hast überhaupt nicht mehr auf dem Schirm Dass sie noch leben, insofern rühmlich oder nicht.

00:02:43: ist es so dass das Buch mir quasi das nochmal auf den Schirm gebracht hat.

00:02:47: Das Mario Adolf zu einem dameligen Zeitpunkt eben noch am Leben war

00:02:51: ja Richtig, so kann man das auch zusammenfassen und die auch gar nicht mehr

00:02:55: aus der Hölle.

00:02:56: Ja also es war in keinem Fall böse gemeint sondern ich schätze tatsächlich Mario Adolfs schauspielerische Fähigkeiten sehr.

00:03:04: Das soll jetzt aber gar nicht so sehr eine große Rolle spielen weil Es ja hier vielmehr um die Fragen geht die ihm gestellt werden.

00:03:12: Das Interview führte Nina Brockhaus Und das Ganze wird auch entsprechend eingeleitet und Ich möchte aus dieser Einleitung den ersten Absatz einmal kurz vorlesen.

00:03:21: Wir Frauen lernen von klein auf, laufe einem Mann mich hinterher um keinen Preis.

00:03:27: Niemals!

00:03:29: Ich gestehe hiermit?

00:03:30: Ich tat es.

00:03:31: Monatelang bulte ich um einen Treffen mit ihm, besorgte mir über Umwege gar seine private Handynummer... ...ich wusste für alte Weisemänner brauche ich ihn oder

00:03:42: keinen.".

00:03:48: Wir hatten das in der ersten Folge schon mal gemacht, an einer anderen Stelle die Rollen umzukehren.

00:03:53: Ja...

00:03:54: Autsch!

00:03:55: Also ihm wirklich und auch sein Alter mal beachtend.

00:04:00: Die beiden versuchen ja die ganze Zeit so ja respektiert bitte das Alter und passen das ein bisschen auf.

00:04:05: Und dann ich rannte ihm hinterher.

00:04:07: also monatelang bute ich um einen Treff mit ihm besorgt, ihm über Umweg gegangen seine private Handy-Nummer.

00:04:13: Autsche!

00:04:14: Also Privatsphäre usw..

00:04:18: Schwierig!

00:04:19: Es ist journalistische Arbeit.

00:04:22: Und wenn am Ende das Interview in beidwilligem Einverständnis zustande kam?

00:04:29: Ja, ja... Also ich finde es sehr hartnäckig, vielleicht ist das die Art und Weise wie Journalismus betrieben

00:04:35: wird.

00:04:35: Vor allen Dingen frage ich mich wirklich ob sie das Projekt hätte sein lassen, wenn sie das Interview mit Mario Adolf nicht bekommen hätte.

00:04:43: Also das klingt ja jetzt schon ein bisschen durch als wäre irgendwie so eine zentrale Schüssefigur, als wäre das Buch auch ich will nicht sagen ein Vorwand aber eine Möglichkeit gewesen um eines ihrer großen Idole zu treffen.

00:04:54: Weil das finde ich merkt man schon im Interview sehr stark und das werden wir auch gleich mehrfach nochmal dann anreißen wie sehr also wie groß ihre eigene Bewunderung Mario Adolf gegenüber ist und wie sehr dass vielleicht auch ihre Einschätzung seiner Person trübt.

00:05:12: Dazu schon mal den kleinen Teaser.

00:05:14: Ich mag das gerne, obwohl ich in der ersten Folge gesagt habe, da haben wir nicht alles vorweg.

00:05:19: Diese Einordnung, also dieses ihn oder keinen wird später nochmal sehr witzig werden wenn wir ein bisschen weiter vorangeschritten sind.

00:05:28: aber was schreiben die?

00:05:31: Wie läuft das Interview?

00:05:33: Sie fragt ihn zuerst ein bisschen nach der Art und Weise wie er sein Schauspiel versteht.

00:05:41: Und vor allen Dingen, wie er die Leistungen dir dabei verbringt einschätzt.

00:05:46: Sie beginnt das Interview mit der Frage Herr Adolf Erinnern sie sich noch an ihre erste Kritik?

00:05:51: Erst sagt daraufhin meine ersten Kritiken hatte ich am Theater.

00:05:54: da waren einige gut und einige nicht.

00:05:56: Ich kann mich nicht erinnern.

00:05:58: Meine Mutter hat es damals alles gesammelt angeschaut.

00:06:05: Und das ist insofern dann interessant, als dass sie das Ganze dann umschwenkt von Kritiken hin zu tatsächlich nur positiven Feedback und zwar den Preisen.

00:06:18: Denn da fragt sie ihn dann ob es einen Preis gab von den vielen die er bekommen hat der ihnen etwas besonders bedeutet?

00:06:28: Dann sagt er Zum Zeitpunkt der Verleihung hatten sicher die meisten Preise eine schmeichelhafte Bedeutung für mich.

00:06:34: Aber in besonderer Wertschätzung bleiben einige wenige, weil sie in der Form kleine brossene Kunstwerke sind wie der Ernst Lubitspreis in der letzten Zeit Die Siegesgöttinique und der Europäische Kulturpreis für Schauspielkunst, der mir am vergangenen XXS.

00:06:49: September an meiner Geburtstadt Zürich verliehen wurde.

00:06:53: Also mit anderen Worten erschätzt gerade das Wert was auch wieder Kunst ist?

00:06:59: Jetzt ist ja das doch sehr interessant, insofern als dass wir sagen können da ist jemand der durchaus seine eigene schauspielerische Leistung da honoriert sieht aber sich aus dem Preis an sich nicht viel macht außer wie du selber gesagt hast wenn er gut aussieht.

00:07:16: Das kann unserer Interviewenden natürlich nicht reichen und deswegen wird dann noch einmal nachgehakt wo stehen ihre Preise heute?

00:07:25: Und er antwortet, ich weiß gar nicht wo meine Preise sind.

00:07:27: Fünf oder sechs sind noch da aber der Rest die kamen zur Ausstellungen etwa in die Akademie der Künste in Berlin nach Düsseldorf Hannover und in meiner Heimatstadt Main stehen einige Preise.

00:07:39: Mein erster nennenswerter Film «Nachts wenn der Teufel kam» hatte «Auskarnominierung für den besten ausländischen Film».

00:07:46: Von dieser Nominierung habe ich drei Monate nach der Verleihung erst erfahren.

00:07:51: bei der Blechtrommel war ich damals nicht einmal eingeladen.

00:07:54: Das Ticket habe ich selbst bezahlt, saß in der sechsunzwanzigsten Reihe und niemand hat mich erkannt.

00:08:03: Wir hatten in der ersten Folge angerissen wie wichtig das Thema Lebensleistung für Nina Brockhaus und Für Frankalifeld in diesem Buch ist und es ist insofern bemerkenswert als dass sie ihn versucht, mit diesen ersten drei Fragen des Interviews oder den ersten vier Fragen, das haben wir übersprungen.

00:08:23: Dazu zu bringen sich irgendwie positiv über seine eigene Lebensleistung zu äußern und die auf ein Podest zu heben wie sie es dann selber tut.

00:08:32: Und ist insofern nochmal bemerkenswettert dass sie dann noch mal einen Nachschub einbringt in dem Interview wo sie selber da noch einmal einordnet für was er diese Preise alles bekommen hat.

00:08:42: also man hat hier wirklich den Eindruck Sie sind ... ihr sehr viel wichtiger als ihn.

00:08:48: Ich finde vor allem interessant, wie... und das beantwortet er ja auch in einer anderen Frage später.

00:08:56: Wie er zu diesen Preisen steht?

00:08:57: Also sind sie Anerkennung oder sind Sie das was man erreichen möchte?

00:09:02: In welchem Zusammenhang stehen Sie zur Leistung?

00:09:04: Und die zweite Sache Man merkt so wie diese Interviewführung funktioniert.

00:09:10: also Das ganze Buch hat von vornherein eine These die jetzt nicht unverschlüsselt gegeben wird.

00:09:18: Also sie steht schon da, wir möchten alte Weise Männer wieder auf einen Protest heben und wir möchten sie ehren etc.

00:09:27: Und die These des Buches, die in dem eigentlich zugrunde liegt ist ja alte weiße Männer haben eine gewisse Lebensleistung gesunden auf die Hörn und die sind jetzt auch alle stolz auf ihre Leistungen und sind alles die Overachiever und etc.

00:09:40: Das macht er gar nicht.

00:09:42: also er ist sehr

00:09:44: gut.

00:09:45: Ich meine, er erzählt von vier fünf Städten wo seine Preise stehen.

00:09:50: Aber ich meine mit der Anzahl an Preisen bekommen hat ist das wahrscheinlich immer noch sehr hambe wie darüber redet.

00:09:58: Genau!

00:09:59: Naja es ist ja schon eine gewisse Bescheidenheit insofern als dass er sein Leben selber schon auf diese Art und Weise quasi musealisiert hat.

00:10:07: also... Er gibt diese Preise zu anderen Ausstellungen hin und so weiter oder auch zu einer Filmakademie, wo man die sich dann ansehen kann.

00:10:17: Aber er stellt sie nicht selber bei sich zu Hause aus und lässt die andere quasi nutzen.

00:10:23: Und das ist ja schon eine Form von... Ja, wie schon gesagt Bescheidenheit.

00:10:27: Ich trenne die Insignien meiner Lebensleistungen von mir und gebe die woanders hin.

00:10:34: aber gut man kann es ja nach diesen Fragen dann noch einmal versuchen indem sie die Frage stellt worauf haben Sie ihre Karriere ausgerichtet?

00:10:42: schlicht darauf gute Arbeit zu machen.

00:10:44: Die Schauspielerei ist ein Handwerk keine außerordentliche Begabung die vom Himmel Die vom Himmel kommt.

00:10:50: Die meisten Menschen wären dafür nicht unbegabt, das Handwerk kann man erlernen.

00:10:55: ich kam bereits vom Handwerk.

00:10:56: Ich habe für mein Studium sehr hart arbeiten müssen auf dem Bau und im Steinbruch.

00:11:01: Für mich war die Schauspielerei eine Arbeit wie jede andere

00:11:05: Und da passiert was interessantes genau danach.

00:11:08: Eine Aussage die wahrscheinlich für alle Künstlerinnen sehr verständlich ist wird jetzt kommentiert von Nina Brockhaus mit Sie sind vermutlich der einzige Mensch ... der die Schauspielerei mit der Arbeit auf dem Bau vergleicht.

00:11:20: Und möchte ihm dieser Frage meiner Meinung nach oder so wie ich es gelesen habe, oder wie man dann im Stultum sagt man der Lesartnach eigentlich darauf hinaus als er sich als übermäßig talentiert beschreibt dass er diesen Talentbegriff nutzt um sich zu versteigern und das verneint er ja auch daraufhin.

00:11:41: Er sagt, was tut man auf dem Bau?

00:11:42: Man baut auf.

00:11:43: Das tut man in meinem Beruf auch.

00:11:47: Es gibt noch mehr Parallelen.

00:11:48: wie auf den Bau ist die Schauspielerei keine einsame Beschäftigung.

00:11:51: Sie ist eine Gemeinschaftsarbeit und dann zählt er ein bisschen auf das Handwerk des Schauspitz aus.

00:12:00: Bei drinnen liest ist ja auch so eine gewisse klassistische Unterscheidung zwischen der Arbeit auf dem Bau, der harten körperlichen Arbeit und dann einer in Anführungszeichen eher intellektuellen Arbeit an der künstlerischen Arbeit.

00:12:13: Wobei man natürlich sagen muss dass auch die Schauspielerei sehr körperlich anstrengend ist.

00:12:18: Also wenn man sich die verschiedenen Künste anschaut würde ich schon dazu tendieren zu sagen Die Schaus Spielerei Körperlich vielleicht schon das anstrengendste.

00:12:27: Also wirklich den ganzen Tag auf einer Bühne zu sein erst zu üben, zu proben und dann am Abend wirklich vor Dutzenden hundert Menschen je nachdem wo man arbeitet.

00:12:39: Vielleicht ein Doppelshow zu spielen?

00:12:41: Ja zumal dein Werkzeug ist ja kein Pinsel ist kein Stift oder so sondern ein Werkzeug is dir der Körper bei der Schauspielerei Und das macht es da natürlich umso anstregender.

00:12:53: Aber wie schon gesagt, was ich dabei so interessant finde ist dass er diese Unterscheidung die sie ja anstrebt, die ihn auch irgendwie abheben soll von im Anführungszeichen gewöhnlichen Bauarbeiter und einem gewöhnlichem Handwerk.

00:13:08: ja fundamental ablehnt.

00:13:10: Man kann sich jetzt natürlich über seinen Talentbegriff streiten, da kommen wir später im Interview auch noch zu.

00:13:15: also die Frage danach ob ein Mensch nun ein besonderes Talent braucht eine besondere Begabung braucht um Schauspieler zu werden oder ob wir alle quasi wenn wir die richtigen Umstände von Anfang an gehabt hätten das Handwerk so erlernen könnten um genauso gut zu sein wie er.

00:13:34: Da können wir ja auch ein Fragezeichen dran machen, ob das wirklich so stimmt.

00:13:39: und ähnliche Aussagen kennt man ja beispielsweise auch berühmterweise von Johann Sebastian Bach der auch immer gesagt hat wenn man einfach genauso fleißig übt wie ich dann wird man es genau soweit bringen.

00:13:50: Aber wie schon gesagt dieser Kontrast ist halt sehr interessant und wie du schon gesagt hast die Interviewführung und das wird uns häufiger noch begegnen Bezüglich Begabung kann man sich ja dann auch immer fragen, inwiefern Glück entscheidet.

00:14:05: Er sagt daraufhin bei einer weiteren Frage folgendes Natürlich ist es Glück gute Rollen zu bekommen aber auch daran kann man arbeiten.

00:14:14: Man kann das Glück packen.

00:14:16: die Göttin Fortuna ist zwar blind Aber nicht unsichtbar.

00:14:19: man kann sie packen.

00:14:20: also was er damit zum Ausdruck bringen möchte ist dass man Immer Darauf hinarbeiten kann durch eigenes können, durch eigenen Fleiß dem Glück quasi auf die Sprünge zu helfen.

00:14:34: Und das tönt auch in anderen Stellen im Interview dann nochmal an und ich würde sagen dass das doch eine sehr einfach zutreffende Aussage ist wenn es bei einem klappt hat oder, wie siehst du das?

00:14:50: Also wenn man am Ende seines Lebens steht und sagt ja ich hatte auch die Möglichkeit verspürt selber durch mein eigenes Zutun dem Glück bei Rollenauswahl beim Casting usw.

00:15:01: auf die Sprünge zu helfen oder bei Kontakten Vitamin B und so weiter was ja auch entscheidend ist dann ist es eine Aussage die man deswegen treffen kann weil man eben das Glück hatte und es deswegen vielleicht nicht so sehr als Glück wahrnimmt.

00:15:14: Also, diese Glücksfrage wird ja auch später noch mal in anderen Interviews oft gestellt.

00:15:17: Wie viel Glück es ist und da kann man Unglück haben oder wie immer.

00:15:22: Ich stimme hier schon insoweit sozusagen im Nachhinein zu sagen ich hatte viel Glück.

00:15:26: Ist natürlich einfach und das kommt auch in seinem Interview hervor dass auch aufgrund von vielen Umständen er einfach naja gute Schrongs und gute Möglichkeiten hatten.

00:15:38: also er sagt ja später auch dass der Generation so derzeit angefangen hat mit dem Schauspiel.

00:15:43: Es hat eben einen kleineren Markt gab an SchauspielerInnen.

00:15:46: Natürlich hat man dann höhere Chancen der Wahrscheinlichkeit, dass man für eine Rolle genommen wird oder angefragt wird einfach weil er pulgeringer ist und

00:15:55: auch die Nachfrage viel geringer.

00:15:56: also es gibt ja heutzutage mehr Medienproduktion soweitere die Schaus Spielerei benötigt.

00:16:02: genau oder worauf wir dann auch nochmal eingehen werden ist das er ja auch Kriegserfahrung gemacht hat und Fluchterfahrungen aufgrund von Wer seine Eltern sind, wo er aufgewachsen ist auch verschiedene Sprachen spricht.

00:16:14: Das ist natürlich auch nochmal ein... Ja also eigentlich kein Glücksfaktor.

00:16:21: das sind halt Dinge die im Leben passiert sind, die einen einen Vorteil beschafft haben ob man es jetzt Glück nennt oder ob man sagt und hat der Vitamin B weil man richtig Leute gekannt hat Ja, wie er es persönlich wahrnimmt.

00:16:35: Glück im Sinne von meiner Zufallwahrscheinlichkeit also auch Dinge auf die du keinen Einfluss hast wo du überhaupt geboren wirst in welche Familie Und dann, wie schon gesagt bist du zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

00:16:45: Das sind ja Dinge die du vorher nicht abschätzen kannst.

00:16:48: Du kannst natürlich sagen und darauf geht er auch später ein wenn es ihm darum geht ob man kluge Entscheidungen treffen kann.

00:16:54: Natürlich kannst du versuchen dir auszumalen was deine höhere Wahrscheinlichkeit bringt.

00:17:00: keine Ahnung kannst nach Berlin ziehen weil du denkst oh da sind mehr Medien schaffende oder irgendwie sowas.

00:17:06: Du ziehst aus Berlin weg.

00:17:07: Oh das ist mehr Leute den Medien

00:17:09: holen.

00:17:10: Ja so oder so.

00:17:12: aber dann, ob das wirklich dafür sorgt dass du am richtigen Abend im richtigen Lokal bist und den richtigen Menschen dort kennenlernst.

00:17:21: Das hat darauf ja keinen Einfluss.

00:17:25: Dem wird jetzt auch weiter nachgegangen.

00:17:27: sie fragt ob das Glück darin bestehen könne nein zu Ronnen zu sagen und verweist dabei auf einen Schauspieler Peter Sattmann der in einem Spiegelinterview gesagt hatte ... es sich nicht leisten könne, Rollen an Gebote abzulehnen.

00:17:48: Als Schauspieler und darauf... Was

00:17:50: natürlich auch noch mein Privileg im Schauspielbusiness selber ist.

00:17:53: also habe ich genug Reputation?

00:17:55: Habe ich genug Geld auf der Hand um zu sagen die Rolle nicht?

00:17:58: das ist jetzt nicht mein Anspruch.

00:18:00: genau ist meine Eigentumswohnung abbezahlt Das ist ja quasi die Frage, die ich hinterstelle.

00:18:07: Wenn laufende Kosten irgendwie gedeckt werden müssen und daraufhin meint Adolf es gibt das Gegenteil zu Sattmann.

00:18:13: Ich kannte einen wunderbaren Schauspieler der zu viel abgelehnt hat.

00:18:18: Der hatte finanziellen Versuchungen immer wieder standen.

00:18:21: Manche Rollen hat er außerdem wegen seiner zu deutlich betonten politischen Einstellungen nicht bekommen Und so sind ihm große Chancen verwehrt geblieben.

00:18:31: Aber dass ist ja seine Einschätzung.

00:18:33: Also es geht jetzt daraus ja nicht hervor, ob Adolf sagt dass dieser andere Schauspieler denn er ja auch nicht namentlich nennt.

00:18:42: Ob der das schlecht fand also ob der gesagt hat ich würde schon gerne irgendwie mehr wollen oder ich wäre jetzt gern woanders ob dir das irgendwann mal bereut hat.

00:18:51: Er sagt hier einfach nur er hat Rollen abgelehnt weil er der finanziellen Versuchung widerstanden hat und seine politische Einstellung hat dafür gesorgt, dass er eben keine Rolle bekommen hat.

00:18:59: Das kann natürlich... das ist kein für dich selber wenn du Schauspieler bist am Ende auch bedeutend.

00:19:02: so ja gut ich hatte mein Insekretät.

00:19:05: Wenn die mit mir nicht zusammenarbeiten wollten passt das Aber Ich bin glücklich.

00:19:11: Ja An einer Stelle muss man sagen Man muss ja auch überleben Und es ist ja gerade auch heute so auffällig Dass es viele Auch gute Schauspieler gibt jetzt in Bezug auf Film Die es sich leisten können in schlechten Filmen mitzuspielen bzw.

00:19:27: Inhalt zu Unterhaltungsblockbastern, um sich damit finanzieren zu können in kleineren Produktionen mitzumachen.

00:19:34: also ich würde da nicht diese harte Grenze ziehen von wegen der finanziellen Versuchung zu widerstehen oder sich ganz gezielt nur gute Rollen auszusuchen weil du natürlich auch interessant für Studios wirken musst vom Marketingfaktor her und so.

00:19:47: Also zwei Blockbuster und du kannst in einem Arthaus für mitspielen.

00:19:51: Quasi, also ich weiß nicht Florence Pew beispielsweise die Auftritte im Marvel Cinematic Universe hat und auf der anderen Seite den künstlerisch anspruchsvollen Filmen mitspielt... ...die auch sehr viel kleiner sind und kleinere Budgets haben und so weiter.

00:20:04: Ich könnte jetzt ganz viele andere Namen noch aufwissen aber das... ist jetzt nicht das Thema.

00:20:07: Was viel wichtiger ist, ist dieser Nachsatz den er macht von wegen der politischen Einstellung die dafür sorgt dass man möglicherweise auch Rollen erst gar nicht angeboten bekommt und daraufhin fragt Nina Brockhaus darf man als Schauspieler politisch sein?

00:20:22: und er kommt mit einer Antwort die etwas eigenartig scheint.

00:20:31: Er sagt, dürfen sicher.

00:20:33: Aber sollte man?

00:20:34: Man kann es sogar nehmen.

00:20:35: sie Ronald Reagan oder Arnold Schwarzenegger.

00:20:38: aber der Politiker vertritt doch eine bestimmte Partei.

00:20:40: er tut alles für die Grundsätze und Ideen seiner Partei erst naturgemäß in Opposition zu allen Andersgesinnten.

00:20:47: Der Schauspieler aber kann nicht sagen ich spiele ausschließlich Für Die Linken Oder Rechten Es Spielt Für Alle Für Das Sehr Verschiedene Gesamte Publikum Und das ist Für mich gut so.

00:20:57: dass Ist Insofern Interessant Als Dass Hier Zwei Beispiele aufzählt Die Wieder zeigen, dass wir ein sehr merkwürdiges Verständnis von politisch oder nicht-politischer haben.

00:21:04: Nämlich von zwei Schauspielern die dezidiert in die Politik gegangen sind und in der Zeit in der sie in der Politik waren auch nicht mehr Filmschauspieler waren bzw.

00:21:14: anderen Schwarzen ergattelt eine Ausnahme gemacht während seiner Zeit als Politiker.

00:21:20: Aber was politisch sein bedeutet, ist ja noch sehr viel mehr.

00:21:23: Was er auch vorhin in der Antwort schon gesagt hat, du musst einfach nur eine Einstellung irgendwie mal geäußert haben das muss gar nichts mit Partei bzw Realpolitik zu tun haben.

00:21:32: Und das finde ich hierbei dann doch bemerkenswert, weil natürlich ist es so oder hat er recht, dass man als gefragter Schauspieler ja eine persönliche Marke vertritt in der Öffentlichkeit und dass es schädlich sein kann wenn ich eine bestimmte Zielgruppe verliere.

00:21:52: Auf der anderen Seite kann eine bestimmten Zielgruppen aber auch viel besser aktiviert werden.

00:21:56: Das heißt Beides ist ja irgendwie...

00:21:59: möglich?

00:21:59: Genau, das ist natürlich auch eine Frage dazu.

00:22:01: Was möchte ich?

00:22:02: Möchte ich ein massentauglicher, eine massentauchliche Schauspielerin sein oder möchte ich integer sein, möchte ich dass Menschen deren grundsätzliche Einstellungen also ob man sich jetzt irgendwie über kleinere realpolitische Sachen streitet.

00:22:17: ja mein Gott.

00:22:18: aber möchte ich vielleicht dass mein Publikum grundsätzlich zu humanistischen Werten steht oder für bestimmte sachen sich einsetzt oder möchte es eben nicht?

00:22:26: Oder ist mir das egal?

00:22:27: Ja, wir sehen ja auch sehr oft gerade jetzt so was wie Hollywood bezogen.

00:22:30: Aber auch in der deutschen Filmwirtschaft gibt es das Jahr dass sich Schauspieler dann wenn sie politisch sind immer den Minimalkonsens aussuchen.

00:22:38: also da sind Sie eigentlich wieder unpolitisch weil sie politische Forderungen oder Ansichten äußern die eine große bürgerliche Masse vertritt.

00:22:50: und Das ist dann auch entscheidend, wenn es zur nächsten Frage kommt.

00:22:55: Da fragt sie nämlich ob er sich selber als politischer Mensch beschreiben würde und er antwortet mit einem Statement was so eigentlich von einer PR-Ogentur stammen könnte.

00:23:08: Also das erinnert an so einen Non-Pology-Meister?

00:23:12: Ich habe mich immer für die Politik interessiert.

00:23:15: Das ist so ein Standardsatz, denen sagen immer irgendwie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wenn sie darauf angesprochen werden und nicht genau sagen wollen in welche Richtung es geht.

00:23:23: Also

00:23:24: aber vor allem auch in Kreisen die dann eher ja akademisch sind oder gesellschaftlich den eher kulturell höher gestellt sind einfach weil das so ein Ding ist dass man einfach mitbringen muss.

00:23:36: heute Tag

00:23:36: ich hab mich immer von Politik interessieren habe aus meiner Einstellung nie ein Geheimnis gemacht macht er hier Also mal unabhängig davon, dass er sich später für ein starkes Europa ausspricht und sagt das kriegt nicht gut ist.

00:23:47: Aber das ist ja auch wieder eine dieser gesellschaftlichen Gemeinplätze.

00:23:50: Ich

00:23:51: habe aus meiner Einstellung hier einen Geheimnis gemacht und auch meine Meinung öffentlich vertreten.

00:23:55: Ich hatte privat oder beruflich nie viel übrig für Vereine und Parteien sind schließlich auch so etwas wie ein Verein... Das kann ich übrigens unterstreichen?

00:24:05: Ja aber es ist ein... Geht da jetzt nicht komplett dagegen, auch wenn man sich anschaut keine Ahnung in politikwissenschaftlichen

00:24:17: Definitionen

00:24:17: dazu was Parteien sind und was Vereine sind.

00:24:20: Und in welcher Rangordnung sie sich gerade im demokratischen System bewegen.

00:24:24: aber sie funktionieren ja dann doch... Besschen.

00:24:27: Aber es geht ja vor allen Dingen um die Wirkweise, wenn du einmal in einen Verein eintrittst mit dem Gedanken oh jetzt kann ich mich hier aktiv beteiligen und so weiter wirst du ja auch sehr schnell

00:24:38: v.a.,

00:24:39: wenn es um Vereinstrukturen geht usw.

00:24:42: Du stößt sehr schnell an Grenzen Satzungsbestimmungen und so weiter.

00:24:50: Und ähnlich ist es ja auch in der Partei, du gehst mit dem großen Ziel in eine Partei irgendetwas verändern zu wollen, seien es kleine konkrete Ziele im lokalen oder auf der großen Ebene... Ja!

00:25:00: ...und du kommst da nicht ran weil jetzt erstmal darum geht alle strukturelle irgendwie zu durchdringen.

00:25:06: Das ist dann immer viel entscheidender.

00:25:07: Verstehst Du die Struktur?

00:25:09: Weißt Du wie dort Macht zu bündeln ist?

00:25:11: Okay, check

00:25:12: ich.

00:25:13: So, den Drang die Welt zu verändern verspüre ich nicht auf der Straße Werbe oder protestieren das mögen andere tun.

00:25:19: Ich wählte die Theaterbühne des Lesepult dort und mit einigen Filmen konnte ich das Gute tun die Menschen unterhalten aber auch zum Nachdenken bringen.

00:25:29: Und es ist insofern bemerkenswert als dass er ja vorher sagt er würde aus seiner Einstellung nie ein Geheimnis machen.

00:25:37: also Ich respektiere den Ansatz, dass man sagt ich bin nicht gern Politiker oder so.

00:25:43: Oder ich mache nicht gerne öffentliche politische Statements sondern ich versuche durch mein Schauspiel quasi und auch durch meine Rollen außer wenn ich es mir irgendwann leisten kann wirklich nur gezielt rollen auszuwählen.

00:25:54: Versuche dadurch politisches Statement zu setzen oder irgendwie zum Diskurs beizutragen dann würde ich mir wirklich gerne die Frage stellen wir können mal alle Filme und Theaterauftritte vor dem Durchgehen und ihn dann fragen, beziehungsweise könnten ihn fragen.

00:26:09: Ist das denn so?

00:26:10: entspricht das jetzt deiner Meinung?

00:26:12: Entsprach das zu dem Zeitpunkt deiner Meinung oder kannst du auch als Schauspieler in einem Stück mitspielen dessen Ansichten du respektierst aber nicht selber vertrittest

00:26:27: ja und vielleicht einmal kurz eingeworfen?

00:26:31: Ist das ja auch ein Thema, dass so spätestens seit der diesjährigen Berlin nahe

00:26:35: noch mal

00:26:35: thematisch war.

00:26:36: Also die während sich da vor ein paar Jahren noch aufrufen wollen ist wie sind wir Schauspieler innen?

00:26:42: Wir sind politisch, wir Filme machen wir sind politische.

00:26:46: Ich weiß nicht ob Erziehungsauftrag gesagt worden ist aber schon so ein Bildungsaftrag.

00:26:49: Und wir verstehen es als politisches Medium als Plattform.

00:26:53: und dieses Jahr hat man so versucht sich von politikfernz halten wie sonst

00:26:58: nicht.

00:26:58: man hat es nur bei bestimmten themen getan und das war ja das auffällige daran dass wir wenn das gesagt hat das filme nicht politisch sein oder das dann verknüpft hat damit zu sagen filme müssen sich aus der politik raushalten weil wir machen die arbeit von politikaner also das ähnliche was alofi gemacht hat den begriff des politischen direkt mit der arbeit vom politiker zu verbinden statt zu erkennen, politisch sind.

00:27:21: Und die zweite Sache, auf was du gerade angebracht hattest mit man könnte jetzt seine Filme und vielleicht noch eine Theaterstücke einmal auseinander nehmen und anschauen und analysieren und dann fragen theoretisch ob das mir den eigenen Ansichten zusammenhängt beantwortet er ja eigentlich fast schon selber.

00:27:37: also du musst ihn da gar nicht fragen weil er gibt dir die Antwort gerade in Bezug auf Silvio Bellosconi.

00:27:44: Ja, denn da wird er gefragt Sie haben Italien wegen des damaligen Ministerpräsidenten Silvio Bellozconi verlassen heißt es ja das ist wahr weil ich ihn verachtet habe Weil ich ihn ungut fand und immer noch finde Ich habe vierzig Jahre lang teilweise unter schlimmen politischen Verhältnissen in Italien gelebt aber das war mir dann zu viel.

00:28:02: Und dann sagt der und ich liebe damit darf ich diesen Auszug.

00:28:07: also ich liebe den Auszug.

00:28:08: in Bezug jetzt auf den Diskussionspunkt Es gab Momente, in denen ich mich in einem Film befand von dem ich nicht wusste dass Berlusconi heimlich der Produzent war.

00:28:18: Das hat mich geärgert.

00:28:19: es gab sogar Versuche der Umarmung von Berluscuni.

00:28:22: er hat sich positiv über mich geäußert versucht mich zu vereinnahmen aber das habe Ich nicht zugelassen.

00:28:27: Es gibt immer wieder Fälle In den Schauspieler Sich Von Filmen Distanzieren weil sie Über das Drehbuch und die Dreharbeiten einen anderen Eindruck bekommen haben von dem Film, als er dann schlussendlich von seiner Aussage her ist.

00:28:43: Und ähnliches sehen wir auch hier.

00:28:45: Man erfährt erst im Nachhinein wer eigentlich in die Produktion eines Films involviert war und kann es sich wirklich vollumfänglich da zu positionieren.

00:28:57: Insofern... Du hast recht!

00:29:00: Er widerspricht sich selber bzw.

00:29:01: er hakt bei sich selbst nach und sagt, dass es dann doch nicht so einfach ist mit der Frage da.

00:29:07: Aber ich finde die Vorstellung schrecklich!

00:29:09: Du spielst in dem Film mit, kurz vor Drehende kommt er das Koninklern und sagt ja hi... Ich war's Und das platziert ihr so noch dreimal?

00:29:17: Und irgendwann weiß sie nicht.

00:29:19: Ja nun wenn man das ganze runter rechnen kannst du ja bei jeder Filmproduktion irgendwann festschend hier nicht irgendwie so ein kleines Studentenprojekt ist oder so.

00:29:35: Kannst du nur schwer nachvollziehen wer alle Geldgeber sind, weil du müsstest dann wirklich durchgehen alle möglichen Sponsoren an Firmen und so weiter?

00:29:44: Ja jetzt in einem Aufsichtsrat, jetzt im Vorstand wer es da beteiligt.

00:29:48: Alle Studios die du durchgehen musst die damit involviert sind womit da vielleicht CEOs Best Buddies sind und so weiter.

00:29:57: Das ist plus

00:29:58: vielleicht Mitarbeiter in einem set die freie Mitarbeiterin sind.

00:30:02: von wem werden die bezahlt?

00:30:03: Wo sind die angestellt?

00:30:04: gehört das überhaupt dazu dass sie eingekauft?

00:30:06: genau?

00:30:07: Und dann ist ja auch die Frage Kann ich in einem schlechten film trotzdem einen guten job machen?

00:30:11: also kann Ich in einem schlechtem film trotzdem noch ein guter schauspieler sein?

00:30:15: sicher

00:30:16: Ja,

00:30:17: hat nicht mehr moralisch aber

00:30:18: ja.

00:30:19: Aber was heißt was heißt an der stelle moral?

00:30:24: Also ich würde es jetzt an Mario Adolf nicht anrechnen, in dem Film zu sein wo er mitproduziert hat.

00:30:30: Weil wir haben so viele unterschiedliche Akteure politischer Natur also die entweder selber Politiker sind oder als Leute mit Geld eben dann eine politische Meinung da durchdrücken wollen dass du ansonsten sagen müsstest ich spiele nur noch ja quasi in Studentenfilmen mit oder in kleinen independenten Filmen Wenn es mir darum ging, nicht mit irgendwem involviert zu sein.

00:30:55: Und selbst die kriegen ja beispielsweise deutschland-deutsche Filmförderung.

00:30:59: Das heißt da wäre ich eigentlich auch direkt mit einem viel größeren Konstrukt anzutun.

00:31:06: Wenn wir uns mal ganz konkrete Politik zu, denn er wird zur Europa gefragt und da sagt er dann... Ich habe mich immer als Europäer gesehen.

00:31:17: Mit meiner Geschichte liegt das auch nahe in der Schweiz geboren, in Deutschland aufgewachsen, halb Italiener mit einer französischen Frau verheiratet.

00:31:26: und später sagt er dann noch Das finde ich wirklich schön, ähnlich wie bei der Italien-Frage von Wegnester das Land verlassen hat.

00:31:39: Sie haben es ohne schwere politische Lage umgesetzt und sind in unterschiedlichsten Ländern wie Frankreich, Italien, England, Österreich und der Schweiz berühmt geworden.

00:31:47: Wo haben sie sich am wohlsten gefühlt?

00:31:49: Und das passt jetzt noch mal zu dieser Aussage von wegen Europäer auch wenn die natürlich auch in Anführungszeichen eurozentristisch und weißen Ein bisschen privilegiert ist, weil man sich das ja auch so leisten können muss.

00:31:59: Aber

00:31:59: ein bisschen prädigere Gedanken und vor allem wenn man sich halt anschaut dass die EU in ihrer jetzigen Form ja auch gar nicht so alt ist also

00:32:11: das macht

00:32:11: es noch privilegierter.

00:32:12: was

00:32:12: versteht man doch dieses europa Begriff da kommt er gleich nochmal drauf.

00:32:15: genau also wenn wir jetzt auf die EU beziehen würde im Sinne von wie kann ich rumreisen kann ich frei entscheiden lebe oder bezielt uns einfach auf den europäischen Kontinent und hat aber noch Zoll schranken zum beispiel dazwischen.

00:32:27: Genau, eigentlich habe ich mich immer da wohl gefühlt wo ich mich wohlfühlen wollte.

00:32:32: Den Satz möchte ich einfach nur mal reinbringen weil das tatsächlich mal eine der wenigen Stellen ist wo wir auf alte Weise Männer hören können unter einer Weiszeit oder Erkenntnis rausziehen können die gar nicht einmal so falsch ist dass man sich nämlich mit unterschiedlichen Lebensorten arrangieren kann Wobei auch das natürlich aus einer privierten Sicht, was eine gehobene Stellung gesagt wird.

00:32:54: Aber es ist eigentlich dann doch etwas der Versöhnliche ist auch über das eigene Leben zu sagen dass man jetzt keinen Groll dagegen hegt an einem bestimmten Ort nicht gewohnt haben zu können.

00:33:02: Es ist natürlich ein bisschen zynisch wenn man das Leuten sagt die nicht die Möglichkeit gehabt hatten frei ihren Lebensort wählen zu können.

00:33:12: und Dann wird gefragt, mit Blick auf den Brexit sind sie vermutlich zu europäisch.

00:33:16: Und er sagt und die Antwort finde ich bis heute am genialsten Die Engländer wollen keine Europäer sein Sie sind eben Insulaner sind gegen den Kontinent.

00:33:26: Also wir haben es nicht geschafft in den letzten wie viele hundert Jahre dieses gängige Narrativ von Kontinental und nicht kontinental aufzubrechen ist.

00:33:38: Ja, aber das zeigt noch mal schön diesen europäischen Begriff.

00:33:41: also eigentlich können wir aus der Situation raus sagen, wir machen irgendwie europäische Kernländer aus.

00:33:50: wie er das jetzt machen würde keine Ahnung.

00:33:52: Schweiz gehört zwar nicht zur EU Aber zumindest Europa so schweizdeutschland frankreich italien da wo auch sind so europäisch kernler vom gefühlen und allen anderen Die dulden wir mal so.

00:34:04: Also er sagt das jetzt nicht offensichtlich, aber es ist für ihn schon so dass eine Trennung besteht zwischen Ländern die vom Kern her europäisch sind und solchen die sich da einfach nur mit anschließen aus unterschiedlichsten Gründen.

00:34:18: ja Möchtest du die Anekdote danach

00:34:22: noch kurz vorlesen?

00:34:23: Die Anek-Dote danach ja gerne.

00:34:25: Denn er wird dazu gefragt, wie er Europa heute sieht und er findet es besonders schlimm inwiefern Europa heute zutage bedroht wird eben durch Putin.

00:34:36: Und wenn man Putin sagt dann darf man einen anderen Namen natürlich nicht unerwähnt lassen.

00:34:40: Hitler das kommt bei ihm dann gleich im Satz danach.

00:34:44: Aber wie ein Mann die Welt so'n Unordnung bringen kann.

00:34:46: Wenn man, wie ich das Dritte Reich noch erlebt hat, denkt man sie haben Hitler nicht umgebracht, Sie werden Putin nicht umbringen

00:34:53: können.".

00:34:54: Ich habe den zwanzigsten Juli damals sehr präsent erlebt – ich war als Pimpf in einem Ertüchtigungslager wo man schießen lernte.

00:35:01: Gegen Abend trat der Schulleiter ein Offizier mit einem Bein vor dem versammelten Lehrgang und schwärmte von dem geliebten Führer Adolf Hitler von der ganzen Vorsehung gerettet, das Attentat überlebt habe.

00:35:15: Der ganze Lehrgang werde sich jetzt freiwillig zum Dienst an der Waffe melden um dem Führer eine Freude zu machen!

00:35:22: Ich war nicht mal vierzehn Jahre alt.

00:35:24: Alle die dafür waren sollten die Hand heben.

00:35:27: Alle Hände gingen hoch außer einer und das war nicht meine.

00:35:30: An der Stelle finde ich schön dass er da so ehrlich

00:35:32: ist.".

00:35:32: Ja voll also während... Also ich weiß nicht ob es vielleicht dann auch im Alter liegt Vielleicht auch so einer kleinen Unantastbarkeit, aber die meisten anderen Deutschen sind so.

00:35:41: Also ich hab ja von ... Nee, ich war im Widerstand!

00:35:44: Ich wusste vor nichts.

00:35:44: also...

00:35:45: Oder das?

00:35:45: Entweder waren wir in der Widerstände oder hat nicht

00:35:48: gewusst?

00:35:48: Ich war in der Hayat, aber mir war das gar nicht so klar, weil es war halt ein Wanderverein.

00:35:52: Und dann gibt's doch dir Leute, die nichts wussten und im Widersstand waren um ganz sicher zu gehen?

00:35:56: Um

00:35:56: ganz sicherzugehen.

00:35:57: Wanderveein.

00:35:58: War ... nee, ich komm darüber immer nicht.

00:36:01: Ja egal.

00:36:03: Nicht dass es so endet wie bei Uschi-Glas.

00:36:07: Ja, ich muss ganz kurz überlegen und da war ich so die Geschichte.

00:36:11: Alle

00:36:12: Hände?

00:36:13: Da darf ich das kurz... Ich

00:36:14: glaube ja weil ich weiß nicht wenn der Insider also ist es gar kein Insider aber wenn diese Geschichten jetzt nicht so wichtig

00:36:19: sind.

00:36:20: Ja Uschi Glass hat Nachforschung angestellt um herauszufinden inwiefern es mit ihrer Verwandtschaft aussieht auch jüdisch war.

00:36:29: Also erst mal nach Forschungen zur Vergangenheit der eigenen Familie

00:36:34: Ist in Deutschland immer eine sehr empfehlenswerte Sache

00:36:37: Möchte ich mich, also möchte ich dafür kurz werben.

00:36:39: Ja?

00:36:40: Also mach das bitte!

00:36:41: Schaut da mal nach was passiert ist.

00:36:43: Ich werde eine Seite verlinken.

00:36:44: Es gibt jetzt tatsächlich eine Seite wo so NSDAP-Mitglieder einsehbar sind und man kann dann nach Namen filtern... Ich dachte es gibt

00:36:50: auch ein bisschen Kritik an der Seite weil das...

00:36:53: Jaja aber man kann es ja Interesse halbermal zumindest ausprobieren.

00:36:57: Hier andere Stellen die wir noch in den Shownotes schreiben können.

00:36:58: Ja

00:36:59: genau.

00:36:59: Das geht ja.

00:37:01: Also schaut in die Shownote.

00:37:03: Genau.

00:37:03: Und sie hat halt nachgeforscht, ob sie jüdische Vorfahren hat und herausgefunden...

00:37:12: Sagen wir mal so ihre Verwandtschaft hat etwas im Nationalsozialismus gemacht?

00:37:16: Ja auf der anderen Seite Dabei möchte ich es jetzt auch belassen und fahren wir mit der Geschichte fort.

00:37:25: Also alle Hände ging hoch außer einer, das war nicht meine.

00:37:29: Schäfer hieß der Junge ausgerechnet aus Main also der gleichen Stadt wie Marjo Adolf selber der Leise sagte.

00:37:35: da muss sich erst mein Vater fragen großer Lacher

00:37:38: Warum haben sie gelacht?

00:37:40: Ja wer hatte denn aus dem Jahr nineteen vierzig noch einen Vater?

00:37:43: Die Väter waren doch tot oder an der Front Außer der Vater von dem Schäver über den die Marianne Majena, Flüsterten O. Der Vater vom Schäfer ist ein Sozi.

00:37:54: Ich dachte Sozi?

00:37:56: Das muss etwas ganz Schlimmes sein!

00:37:58: Ich wurde am zwanzigsten Juli, also noch Kriegsfreiwilliger.

00:38:01: Sechs Monate später war ich dann als die amerikanischen Panzer vor den Toren meiner Heimatstadt standen mit zwei Panzerväusten über der Schulter gekreuzt im sogenannten Volkssturm einer abendsälligen Gruppe alter Männer und einiger Jungen wie ich, der von einem alten Unteroffizier geführt und einem jungen fanatischen Leutnant zur Verteidigung der Stadt bis zum letzten Blutstropfen kommandiert wurde.

00:38:24: Wir rückten aus!

00:38:25: Ich hätte geschossen und wäre mit Sicherheit gestorben.

00:38:27: Aber unser sehr vernünftiger Unteroffizier sagte, für uns ist der Krieg aus... ...und zu uns Jungen!

00:38:34: Und ihr haut ab heim zum Mutti und zieht die Uniform aus.

00:38:37: Das war mein

00:38:38: Kriegsende.".

00:38:50: diese Absurdität von, du bist vierzehn und du sollst in den Krieg ziehen.

00:39:00: Und diesem Realismus ist ja dann irgendwie doch.

00:39:05: diesen Unteroffizialgriffen hat zu sagen so ihr geht nach Hause und hört oft mit diesen Uniformen also... Ja ich bin etwas bewegt ehrlich gesagt davon.

00:39:16: Wie rettet euer Leben?

00:39:17: Es ist das einzige was ihr habt und man kann jetzt sich natürlich auch streiten weil da sehr oft Ein Maßstab angesetzt wird von wegen, ja wenn der Krieg verloren ist dann erkennen auch Leute die nicht fanatisch geblendet sind dass man es jetzt so langsam mal sein lassen könnte.

00:39:36: Ähnliches wird er beispielsweise auch in die Brücke geschildert.

00:39:40: Also Buch und Verfilmung die beide nicht so glimflich ausgehen wie Mario Ados Biografie.

00:39:50: Insofern bewegt ein dann der folgende Satz noch einmal mehr.

00:39:54: Nämlich ich wünsche auch niemanden, dass er einen Krieg erlebt Ich wünsche niemandem das wer Hunger leidet und Todesangst verspüren muss und das ganze ist ja nur aufgeschrieben.

00:40:03: aber ich finde Man spürt schon wie stark sich Das bei ihm eingebrannt hat wir das dann in seiner eigenen Meinung Und in seinem späteren Leben umgesetzt hat.

00:40:14: das will ich gar nicht hinterfragen weil Wir wissen das ja von vielen alten Menschen, die einem erzählen dass sie grundsätzlich gegen Krieg sind und so weiter aber dann doch bestimmte politische Entwicklung ganz gut finden.

00:40:27: Oder da er es ja erwähnte mit Europa.

00:40:30: wir freuen uns ja immer sehr wieder darüber sagen zu können, dass wir ja seit Ende des Zweiten Weltkrieges keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr in Europa hatten und dann konkretisieren wie immer welchen Teil von Europa wir eigentlich damit meinen.

00:40:43: Ich meine also vor allem erstmal der EU.

00:40:47: Teil des Kontinents Europa ignorieren wir da an der Stelle.

00:40:51: Und wir ignorieren auch... Auch

00:40:52: inwiefern wir da involviert waren?

00:40:54: Ja und wir ignorier natürlich, also es ist kein Krieg aber wir ignorierten natürlich aus Mittelmeer und Frontex.

00:40:59: Das

00:41:00: muss ja, das ist ja vor den Grenzen Europas.

00:41:02: Es ist jetzt

00:41:04: nicht innerhalb

00:41:05: genau.

00:41:06: Ähm, ouch!

00:41:08: Genau.

00:41:09: Aber zum Kriegssektor dann doch noch eine interessante Sache.

00:41:14: Ein bekannter in Paris sagt neulich zu mir, hier stehen sie bei Vuitton Schlange für Handtaschen und in der Ukraine stehen Sie für Wasser an.

00:41:21: Dieser Gedanke verletzt mich.

00:41:23: Mir macht das etwas aus!

00:41:24: Mir tut es weh!

00:41:26: Ich kenne das Gefühl ich habe für Wasser angestanden.

00:41:29: Man möchte diese beiden Grunderfahrungen Todesangst und Hunger niemandem wünschen aber sie sind da.

00:41:34: Sie haben eine Wichtigkeit für einen selbst aber es fällt auch schwer das mitzuteilen.

00:41:39: Wir sehen Im Krieg wird der Mensch tatsächlich auf das Fundamentale dann reduziert, es geht ums Blanke überleben.

00:41:49: Und was ich aber an diesem Satz so interessant finde ist und da es hat mir gerade angesprochen mit, wir definieren uns Europa so wie es geht.

00:41:57: Wir definieren auch unseren eigenen Friedensraum so wie's geht!

00:41:59: Wir sind von Krieg erst dann ergriffen oder erschüttert wenn er nahe genug dran ist und dann medial entsprechend aufbereitet wird.

00:42:09: Es gab ja keine Zeit ohne Krieg wenn man das global betrachtet Ein das aufrüttelt, obwohl man es selber miterlebt hat dass man irgendwie um wie sagt man heutzutage so schön um kopen zu können.

00:42:25: Um irgendwie noch am Leben zu bleiben das ignoriert bis man ist dann wieder medial so ausgespielt bekommt von wegen das ist die große bedrohung jetzt in dem fall für europa und für deutschland Dass man das dann wieder auf einmal warnend wie schrecklich krieg ist.

00:42:38: unter zwischen war's halt so ein ran thema.

00:42:41: ja Ganz kurz vielleicht nochmal, weil das Thema Ukraine jetzt hier noch mal so präsent in dem Interview ist oder zumindest seine Erfahrungen damit.

00:42:50: Für die Leute, die vielleicht tatsächlich die Episode eins nicht gehört haben und baut sind... Das Buch stammt aus Jahr zwölfundzwanzig geschrieben, es ist Jahr zwälfund zwanzig.

00:43:00: Da war ja die ganze Ukraine-Kriegsache.

00:43:02: nochmal... Ich will jetzt nicht allzu medienkritisch werden aber schon das Thema der Medien worüber sie berichten müssen!

00:43:10: Weil das bringt gerade Aufmerksamkeit.

00:43:12: Mittlerweile hat sich das

00:43:14: ja auch ermüdet.

00:43:16: Der Fokus hat sich auf die Werftigkeit Deutschlands verschoben.

00:43:20: Ab und an bekommt man noch... Also klar, es gibt immer noch Berichterstoffen darüber, die Lifeticker laufen immer noch.

00:43:27: Es gab jetzt zum letzten Ostern wieder, wir machen hier zum Orthodoxen Osterfest eine Feuerpause vereinbaren wie beidseitig Das ist schon da aber einfach dieses Diese Masse fehlt ja und zeigt sich auch gut daran, dass wir schon so prinzipiell darin interessiert sind was von uns raus der passiert aber.

00:43:48: Und

00:43:49: dann auch nur wenn es entsprechend aufbereitet ist

00:43:51: genau und dann aber auch nicht allzu lange kann man sich da nicht drauf konzentrieren sonst Ist ja schwierig.

00:43:59: Was ist denn seine Meinung?

00:44:00: Nicht nur zum Krieg sondern zum Fliegen.

00:44:05: Er sagt, wir durften eine lange Zeit des Rienens und des Wohlstands erleben.

00:44:09: Das wird nie wieder so sein!

00:44:10: Der Wohlstand wie wir ihn hatten der wird sich nicht mehr herstellen lassen.

00:44:15: die große Lebensqualität die es zeitweise gab wird es nicht mehr geben.

00:44:20: sie wird nicht bezahlbar sein.

00:44:22: Wir werden sehr viel ärmer leben müssen.

00:44:25: Und ich finde es toll, dass er hier ein Statement setzt was dann auch Nena Brockhaus davon abbringt.

00:44:30: Ihn irgendwas zum Thema Work-Life Balance zu fragen und so weiter... ...und zum Thema Arbeitskultur weil ihr schon mit dieser Aussage die sich eigentlich nur darauf...sie hat einfach nur einen Kommentar gemacht.

00:44:42: danach haben sie eine lange Zeit des Friedens erlebt.

00:44:45: wir wissen natürlich nicht ob andere Fragen gestellt wurden.

00:44:47: die ist da nicht ins Buch geschaffen

00:44:49: haben?

00:44:49: Genau das

00:44:49: ist natürlich ja auch immer.

00:44:50: also es wird..die beiden für ein Interview ist aufgenommen Schreibt es später runter.

00:44:56: Sieht man auch an einem anderen Interview noch mal, dass da aufwärts zwischenzeitlich mal was passiert ist?

00:45:00: Auch hier kann es sein, ohne das jetzt zu unterstellen, dass vielleicht doch eine Frage gekommen ist aber die dann einfach nicht in das Buch mehr gelangt

00:45:08: ist.

00:45:08: Aber vielleicht ist das auch dem Fakt geschuldet, dass sie wirklich so ein bisschen zu ihm aufsieht und ihn tatsächlich einfach mal reden lässt.

00:45:15: Das wird an der anderen Stelle deutlich nämlich der Frage trotz ihrer entbehrungsreichen Kindheit haben sie Abitur gemacht und anschließend studiert.

00:45:23: Da sagt er, Bildung war für mich immer ein Privileg.

00:45:27: Welcher Mensch will schon ungebildet sein?

00:45:30: Während des Krieges und vor allem danach hatten wir eine schlechte Bildung!

00:45:33: Die meisten Lira waren noch die gleichen wie in der Nazi-Zeit.

00:45:36: Von nineteenzeltfünfundvierzig bis neunzehntundhundertfünfzig wurde nicht über den Holocaust gesprochen – auch in der Literaturgeschichte herrschte Schweigen als hätte es nie die verbrannten Dichter gegeben.

00:45:47: Nach dem Abitur wurde uns klar, wie schlecht unsere Bildung.

00:45:51: So bin ich, wie viele meiner Schulklasse erst einmal an die Uni gegangen um ein Studium Generale zu machen.

00:45:58: Ich habe mich nie für besonders intelligent gehalten aber man sollte das ausschöpfen was man erreichen kann und jetzt unabhängig davon dass er hier wieder mal so bescheiden ist ob nun ja für die Außenwirkungen gesagt oder tatsächlich aus einer inneren Empfindung heraus man das unterschreiben kann.

00:46:21: Sowohl die Aussage nach dem Abitur wurde uns klar, wie schlecht unsere Bildung war – das bezieht ja noch darauf, dass damals der Lehrkörper eben von den ganzen Altnazis durchsetzt war.

00:46:31: Aber auch heutzutage ist es so, dass du ja nachdem du durch die Schule gegangen bist und dich dann dafür entscheiden solltest eine Ausbildung oder ein Studium zu Beginn, du bemerkst, dass Du sehr viele Selbstverständlichkeiten erstmal wieder entlernen musst!

00:46:47: Aber gleichzeitig finde ich auch die Aussage, welcher Mensch will schon ungebildet sein.

00:46:54: Ja ja das ist natürlich auch...

00:46:55: Die Implikation drin davon, man ist selbst schuldungebilded zu sein.

00:46:59: Ich wohne nicht so stehen lassen.

00:47:06: Ich würde es ihm jetzt im besten Sinne auslegen, gerade auch weil wir es hier mit einer toten Person zu tun haben.

00:47:10: Ich glaube er meint nicht das von wegen dass man selber Schuld daran ist wenn man ungebildet ist sondern er sagt Bildung war für mich immer ein Privileg und setzt es dann dahinter an.

00:47:23: Also er sagt, dass jeder Mensch schon eigentlich gebildet sein möchte.

00:47:27: nur das es Umstände gibt und die führte ja dann auch selber aus, indem man's halt in seinen historischen Kontext ist.

00:47:33: Es gibt Umständen, die dich dazu bringen nicht gebildete zu sein aber er sagt dass es durchaus das Ansinnen von Leuten wäre das Auszuschöpfen was man erreichen kann.

00:47:46: Er macht dann halt nachhaltlich konkret Wie das aussieht, aber sie fragt auch nicht nach und das finde ich ja so interessant.

00:47:54: Dass Sie das überhaupt nicht vertieft was er bei anderen durchaus tut und es kommen dann ja wirklich schlimme Aussagen.

00:48:00: Stattdessen

00:48:02: geht der Nache ein und macht sich das erste Mal in diesem Buch.

00:48:06: was die beiden fortwährend eingeführt haben.

00:48:09: Sie kommentieren ist aber halt nicht mit ihm sondern im Nachgang.

00:48:14: Darf ich?

00:48:15: Natürlich

00:48:16: würde ich gerne.

00:48:17: Und sie bezieht sich noch mal auf diesen Satz Welcher Mensch will schon ungebildet sein?

00:48:21: Und man hat eine Verpflichtung zumindest so viel zu lernen, wie man bewältigen kann.

00:48:26: Während Mario Adolf über seinen Bildungsweg spricht, ertappe ich mich bei dem Wunsch diese Sätze von ihm an Schulen und Universitätsplakatieren.

00:48:33: Brachen doch im Jahr zwanzig etwa achtundzwanzig Prozent aller Studierenden das Bachelorstudium ab!

00:48:38: Das ergab die Studienabbruchsstudie zwanzich zwanzwanzig des deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsvorschon Was die Berufsausbildung in Deutschland betrifft, sieht es ähnlich düster aus.

00:49:00: als Privileg.

00:49:01: Zu diesem auf den ersten Blick bei nahen Gedanken müssen wir als Gesellschaft

00:49:04: zurückkehren.".

00:49:04: Wenn Bildung ein Privilegg ist, sollte ich doch auch das Privilegn haben zu erkennen dass die Bildungsrichtung für die mich entschieden habe die falsche ist.

00:49:12: Dass sich erkennen kann in dem Bereich in dem ich gerade bin wäre ich falsch eingesetzt und was sie mit dem Zitieren dieser Statistik ja verschweigen ist wie viele dieser Leute nicht einfach nur einen Studium ab brechen, sondern danach einen anderen Studien- oder Ausbildungsweg wählen.

00:49:29: Das gleiche gilt auch für die Ausbildungen.

00:49:31: Es ist ja nicht so als würden die Leute das dann verlassen und anfangen – auch wenn das eine Franka Lehfeldt und Hina Brockhaus für ihre Demagogien gerne so sehen würde -, dass sie nach alle Bürgergeldempfänger werden bzw.

00:49:43: Grundsicherungsempfänger, sondern das bedeutet ja einfach nur dass die Leute sich dagegen entscheiden in dieser Richtung weiter zu studieren oder weiter eine Ausbildung zu erfahren und dann lieber etwas anderes machen.

00:49:57: so oft wie sie dann auch später persönliche Freiheit betonen und Eigenverantwortung soll man etwa nicht eigen Verantwortung über den eigenen Bildungs- und Karriereweg übernehmen?

00:50:07: Genau, also was sie halt aussparen ist die Tatsache dass man ja abrechnen kann und dann sagt okay.

00:50:12: Also die Beckerausbildung war es jetzt nicht.

00:50:14: ich möchte jetzt doch ein vielleicht auch Soziologie studieren oder Ich bin doch eher Schreiner in Oder das Soziologiestudium war es halt nicht.

00:50:22: Ich möchte dann doch lieber Medizin machen oder Philosophie bleibt man halt im ähnlichen Feld

00:50:30: Oder ich möchte eine Ausbildung machen.

00:50:32: Genau, das gibt es ja tatsächlich auch häufiger, dass Leute durch die Konfrontation mit dem was im Studium passiert erst sehen, dass das überhaupt nicht sie widerspiegelt.

00:50:46: Als ich noch am ersten Semester war hatte ich mit einer Freundin für die Klausurenphase gelernt und schon währenddessen hat er sich glaube ich zumindest in den Semestern verhindert nach Darung gekümmert.

00:50:58: Also tatsächlich haben wir erst das und dann hat sie festgestellt, ah nee.

00:51:02: Also studieren ist gar nicht, da sehe ich mich jetzt.

00:51:04: eine Ausbildung angefangen also schon ein bisschen her müsste dementsprechend auch eigentlich fast schon durch sein aber das zählt in diese Statistik auch rein.

00:51:12: Das ist ja deswegen ein bisschen Kompetenz beim Statistiken lesen und vor allem bisschen Ehrlichkeit im Statistikum vortragen ist.

00:51:19: Ja man muss davon ausgehen dass der Mensch tatsächlich noch etwas anderes tun kann als arbeiten.

00:51:28: Bezüglich Kompetenz... Machen wir mal weiter und fahren fort.

00:51:34: Der Begriff Kompetenz ist ja nicht so wichtig wie der Begriff der Weisheit.

00:51:37: Dazu wird dann nämlich auf der folgenden Seite in dem Satz, also es wird die Frage gestellt ob Mario Adolf jungen Menschen noch heute raten würde Schauspieler zu werden?

00:51:48: Und die Antwort...

00:51:49: Moment!

00:51:50: Die Antwort wurde Sie überraschen.

00:51:51: Ja

00:51:52: ich möchte nochmal ganz kurz ... Ich habe sie angeteasert.

00:51:57: Der ist Ende vom ersten Absatz vorlesen, vom allerersten Absatz.

00:52:02: Also Nina Brokost, monatelang bulte ich um ein Treffen mit ihm besorgte mir über umwegegasende private Handynummer.

00:52:09: Ich wusste für alte weise Männer brauche ich ihn oder keinen.

00:52:14: So bitte Damian

00:52:15: Das fühlen wir uns in Engsehwerchnissen.

00:52:20: Aber man sieht ja die anderen, die es nicht schaffen!

00:52:22: Ich fühle mich generell nicht in der Lage Ratschläge zu erteilen.

00:52:26: das war auch mein erster Satz ihnen gegenüber Bin nicht weise.

00:52:30: Etwas, das von... Wobei wir könnten natürlich kurz momentan ihr untersacken zu lassen?

00:52:35: Ich bin nicht weisen!

00:52:38: Was dann von Nina Brockhaus kommentiert wird folgendermaßen also wieder ihren Einschub gesetzt erstaunlich.

00:52:45: Zu diesem Zeitpunkt ist unser erstes Telefonat bereits über drei Monate her und es stimmt Es war der erste Satz den Mario Adolf mir auf unseren Buchtitel alterweise Männer entgegnete.

00:52:54: ich appreciate die Ehrlichkeit meine Antwort Das beruhigt mich.

00:52:58: Diejenigen, die sich für Weise halten sind es in der Regel nicht.

00:53:03: Also witzigerweise macht's in diesem Buch so... also macht ihr damit irgendwie zwei Sachen kaputt?

00:53:09: Erstens mit ihrem ersten Absatz macht sie schon alleine die Bedeutsamkeit, die sie dem Adolf-Interview einordnet oder zuordnet beispringt.

00:53:19: Macht sie

00:53:19: kaputt?!

00:53:20: Also er sagt ja selber ich bin nicht hier, der jetzt allen ihre Ratschläge erteilt und so kann das auch nicht gehen.

00:53:27: Und gleichzeitig

00:53:28: sorgt sie dafür, dass die jede Person später mit diesem Satz.

00:53:32: In diesem Buch der sagt auch ich bin ja schon rat oder ich weiß nicht.

00:53:36: Ich hätte hier sowas was.

00:53:40: Sagt ihr so nicht?

00:53:41: Die sind nicht weise.

00:53:42: Sie widerspringen und sie macht das sehr komplett damit so ein Loch auf in der von beiden Seiten alles reinfallen kann.

00:53:49: Ja schlussendlich ist ja nur die Einschätzung der beiden entscheidend.

00:53:53: Wir haben ja auch schon festgestellt, dass das jetzt nicht wirklich konsistent ist aber dass es hier auch so ehrlich abgedruckt wird für jeden ersichtlich wie widersprüchlich das ganze ist

00:54:05: also fähreweise.

00:54:06: den einschub hätte sie nicht machen müssen.

00:54:07: ich glaube hättest Sie denn den Satz von Mario oder fraust gestrichen?

00:54:11: Ja Also ich kann mir vorstellen ganz ehrlich wenn ich in dieser Position wäre und mich möchte interviewen Ich sage etwas was sich für relevant halte was ich sehr für sehr wichtig halte und dann steht das nicht drin.

00:54:22: Ich würde dem keine Ahnung, ich würde da mal einen netten Brief schreiben oder vielleicht ein ganz leichen Buch schreiben ehrlich gesagt also das kann ja durchaus auch eine Sorge sein.

00:54:33: Bezüglich der Weisheit sagt er daten.

00:54:35: ich finde in mir keine so fundamentale Änderungen in ein besseres gescheiteres Einsehen in die Welt oder in die Dinge?

00:54:42: Ich werde gefragt haben sie Fehler gemacht?

00:54:44: Ja, habe ich.

00:54:45: Dann kommt meist... Was wäre wenn Sie heute noch mal vor der Entscheidung stünden?

00:54:50: Da ist meine Antwort immer wahrscheinlich würde ich in der gleichen Situation, in der ich damals war den selben Fehler wieder machen.

00:54:59: Ich meine gut die Frage zählt darauf ab was, wenn sie diese Situation heute nochmal hätten.

00:55:03: aber auch das ist ja eine quatschige Frage.

00:55:06: Wenn ich mit dem gleichen Grundvoraussetzung wieder an der Stelle stünde, würde ich dann etwa die gleiche Entscheidung treffen?

00:55:15: Mit hoher Wahrscheinlichkeit, ja.

00:55:16: Also deswegen weiß er das dann auch immer.

00:55:20: nur in Relation zu sehen... Man hat eine Situationen kann die übertragen auch vorherige Situation wie man sich da verhalten und was für Konsequenzen gefolgt sind.

00:55:28: aber Ja letzten Endes ist es auch keine Allwissenheit.

00:55:31: auch weise Menschen sofern dass diese überhaupt gibt machen Fehler.

00:55:35: also das ist ja dieses moralische oder zumindest Erkenntnis theoretisch leucht vorher was hier versucht wird zu bauen

00:55:47: Bezüglich dessen... wie das Glück aussieht und ob man ihm auf die Sprünge helfen kann, sagte dazu noch einmal meine Einstellung war immer nicht zu hoch hinauszuwollen.

00:55:58: Mein Ehrgeiz war beschränkt.

00:55:59: Das muss ich sagen Ich kenne sehr viele ehrgeitzigere Kollegen.

00:56:03: Ich musste die Ellenbogen nicht gebrauchen um mich durchzusetzen.

00:56:06: erst in Amerika habe ich den ungeheuren Konkurrenzdruck unter den Schauspielern erfahren also ähnliches was du vorhin schon gesagt hattest dass in seiner Generation es an männlichen Schauspielen in Deutschland erstmal mangelt Alter.

00:56:20: Beziehungsweise auch die, wie heißt das?

00:56:25: Spielrollen so ausfüllen können.

00:56:28: Charakterrollen.

00:56:29: Also Rollen, die so aussehen, wie er damals aussah und die so alt waren.

00:56:36: Die gab es halt wenig aufgrund des Krieges usw.

00:56:39: Und deswegen hat er da nicht sehr viel Konkurrenzdruck erfahren müssen innerhalb seiner Generation.

00:56:45: Und vermutlich die, die es gab, waren wahrscheinlich Privilegierter in Situationen, die sich das leisten konnten.

00:56:51: Ja, dann doch Risiko einzugehen.

00:56:53: Nicht

00:56:53: irgendwie ein Ninety-Five festen Job zu haben.

00:56:56: Und

00:56:56: zudem neigt man ja auch dazu die Vergangenheit gerne zu verklären gerade wenn das irgendwie so die Jugendjahre waren?

00:57:05: Oder man sieht einfach gar nicht dass man dann doch sehr viel Glück hat und selbst privilegiert war.

00:57:08: Genau.

00:57:08: Und glaubt dann im Nachhinein ach nee, das war irgendwie eine andere

00:57:10: Gründung.

00:57:11: Ja beziehungsweise es ist ja auch ein gewisser Kontrast den er ja auch angesprochen hat von wegen er hat auf dem Bau gearbeitet um sich durchfinanzieren zu können.

00:57:19: und wenn du da einen Kontrast dazu hast...

00:57:21: wie

00:57:22: spielend einfach in Anführungszeichen es dir zu ergehen scheint, wenn du dann ins Theater-Geschäft kommst.

00:57:27: Nun ja... Es wird dann die Frage danach gestellt ob Qualität im Film und im Fernsehen heute noch möglich sei.

00:57:40: Ja?

00:57:40: Und sie fragt beim Filmen weiter?

00:57:42: Kurze Frage oder was hat Mario Adolf Ders gemacht?

00:57:46: Was hat Mario Adolf zuerst gemacht?

00:57:48: Zuerst Theater und dann, ja.

00:57:49: Genau!

00:57:50: Beim Film werden die Drehtage immer weniger.

00:57:53: Die Theater verspüren Zukunftsangst... Und sie fragt eben, dann ist die Qualität heute noch möglich?

00:57:58: und er sagt wahrscheinlich nicht.

00:58:00: Das ist nun eine Alterserscheinung wenn ich bedauere welch Niedergang das Fernsehen in der Qualität genommen hat.

00:58:06: Ich habe Fernsehen gemacht als es noch gar nicht gesendet wurde.

00:58:11: Da durften wir als Schauspielschüler als Lichtdubels einspringen.

00:58:14: Dadurch bin ich den großen Regisseuren begegnet und durfte schon früh Rollen übernehmen.

00:58:20: damals wurden noch Klassiker gespielt.

00:58:22: Es wurde wie im Theater vier, fünf Wochen lang geprobt und dann live gespielt.

00:58:26: das war aufregend.

00:58:27: ich bin da schon sehr enttäuscht von der Entwicklung dass das Fernsehen qualitativ so runtergekommen ist.

00:58:34: Ich finde es toll, dass obwohl er beschreibt wie stark das Fernseher in Qualität abgenommen hat also seine Einschätzung wahrscheinlich nicht dass er nie versucht zu beschreiben woran das liegt.

00:58:55: Vielleicht hatte das noch ausführlicher geklärt.

00:59:00: wir werden später Menschen erleben die dafür gesorgt haben, dass es nicht so ist als teaser für spätere episonen.

00:59:07: So lassen wir dieses Thema hinter uns und wenden uns dem privaten, der privaten Selbstverwirklichung zu.

00:59:14: Nachdem die Karriere jetzt so viele Seiten des Interviews ausgemacht

00:59:17: hat.

00:59:17: Genau um das nochmal ganz kurz vielleicht auch in Kondex setzen... Wir haben Karrierenfragen und persönliche Vorstellungen und Meinungen.

00:59:25: Das hat jetzt ganze zwanzig Seiten gefordert.

00:59:28: Also wir sind hier zu den relevanten Fragen durchgegangen Und haben jetzt anderthalb Andere Teilfragen zum Privaten.

00:59:35: Das ist in anderen Interviews ähnlich, auch wenn da das Private dann doch vielleicht noch ein bisschen mehr Raum bekommt?

00:59:41: Was auch teilweise daran liegt, dass es ja bei einigen Interviewen ähnlich wie bei Aldorf in den eigenen vier Wänden stattfindet und das Privatleben drumherum noch passiert.

00:59:51: Nicht das die Kommentare zum Privatlebende in anderen interviews... angenehmer werden, dadurch dass sie mehr raum bekommen.

00:59:57: Im Gegenteil also wir sollten das hier als untere Messlatte ansetzen?

01:00:00: Also das ist tatsächlich noch ganz umpartisch, willst du damit sagen Damian?

01:00:03: Genau.

01:00:06: Haben Sie Freunde in der Filmbranche?

01:00:08: ein großer Fehler meines Lebens den ich auch anerkenne ist Freundschaft nicht gepflegt zu haben.

01:00:13: Der Beruf macht es schwer.

01:00:15: man lernt Menschen kennen Man liebt sie man möchte sich jetzt Freunde behalten dann ist der film zu Ende und jeder geht seiner Wege.

01:00:22: Ich hätte manchmal das Telefon in die Hand nehmen oder mal einen Brief schreiben sollen.

01:00:26: Was ihr hier also aufmacht, ist die Unterscheidung zwischen Freundschaften, die nur auf beruflicher Ebene existieren und tatsächlich tiefergehenden zwischen menschlichen Verbindungen.

01:00:37: Oder auch einfach der Frage wer bleibt denn?

01:00:40: Wer bleibt denn... In dieser Frage kann man hier weitergehen.

01:00:43: Er sagt ja für den Rest der Antwort dann noch vorlesen.

01:00:48: Das hätte ich wirklich tun sollen bei Menschen, die ich gerne menschlich an mich gebunden hätte.

01:00:51: und gerade das scheint so schwer zu sein.

01:00:53: Schon Shakespeare rät, zu stellernen Banden um Freunde an deiner Seele zu

01:00:57: schmiedern.".

01:00:59: Ich finde es sind eigentlich echt schöne Worte.

01:01:01: eben halt auch auf diese Karriere was Franka Leifert und Nina Brockhaus uns machen und so sagen ja, Karrieren ist so toll und karriere so wichtig und da wird der Aufstieg und so... Und dann hast du da so ein Mario Adolf?

01:01:11: Der... Dann sagt näher.

01:01:14: Freunde!

01:01:15: Ich habe keine Freunde, Theo also nicht wirklich.

01:01:18: Was is denn das...?

01:01:20: was dann noch bleibt, was ihn quasi nicht einsam oder allein zurücklässt.

01:01:26: Es wird erwähnt von Nina Brockhaus selber.

01:01:30: Dafür sind sie seit fifty-fünfzig Jahren mit ihrer Ehefrau

01:01:33: zusammen.".

01:01:35: Ja das weiß ich auch sehr zu schätzen!

01:01:37: Das klingt in meinem Beruf den wenigsten.

01:01:40: Gab es einen Ratschlag in ihrem Leben der Sie geprägt hat?

01:01:45: Ich

01:01:50: dachte, weil das später noch ausgeführt wird.

01:01:53: Dann machen wir es später?

01:01:55: Genau!

01:01:57: Sie fragt mich schon gesagt gab es einen Ratschak in ihrem Leben der sie geprägt hat?

01:02:00: und er sagt ich habe erst gestern Freunden eine Geschichte erzählt.

01:02:04: Der Vater von Senta Bergers Ehemann Michael der Regisseur Paul Verhöfen Hat ihn in den sechziger Garn zu mir gesagt Mario ich kann dir heute eine gute Mitteilung machen.

01:02:13: Ich beobachte dich jetzt seit vielen Jahren Und mir ist aufgefallen dass du immer mit irgendeinem besonderen Einfall ein Gag auftritt, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

01:02:21: Jetzt kann ich dir sagen du brauchst das nicht mehr!

01:02:24: Lass es weg die Menschen mögen dich auch so!

01:02:27: Du musst noch einen draufsetzen.

01:02:30: dass ist einer der wenigen Radstäge die ich nie vergessen habe.

01:02:34: und wir haben diese beiden Fragen jetzt hier hintereinander zum ein nach der Ehe die ganz kurz beantwortet wird mit ja das weiß ich jetzt so schätzen.

01:02:43: das gelingt in meinem Beruf den wenigsten.

01:02:46: Dass man also sagen muss dieses eigentlich große glück trotz karriere Trotz der trotzdem internationaler film star zu sein hat er es geschafft Jahrzehntelang eine tatsächlich wenn man ihm glauben kann hier Eine innige beziehung zu einer anderen personen zu führen Die jetzt auch dafür sorgt dass er quasi im alter nicht einsam und allein da ist ohne irgendwelche anbindung.

01:03:09: und danach die geschichte Darum wie einen eigentlich der Drang danach ein Individuum zu sein, was sich von anderen abhebt und was nicht nur auf der Bühne sondern auch darüber hinaus im Rollenspiel der Gesellschaft quasi immer seine eigene ... sich immer den eigenen Subjektstatus beweisen muss.

01:03:39: Dass das dann einen viel größeren Raum einnimmt und kann man auch sagen, dass es vielleicht mit seinem Alter zusammenhängt weil man in der Generation sehr viel Wert darauf legt durchaus so Privates eben privat zu lassen und nicht so sehr in die Öffentlichkeit zu tragen.

01:03:56: aber ich finde diesen Kontrast dann doch ja ein wenig herzzerreißend wie er sich hier widerspiegelt.

01:04:03: Deswegen, jetzt habe ich dich ganz rüde unterbrochen wegen deiner Bemerkung bezüglich der Ehe.

01:04:13: Ja also... Ich erinnere mich noch als wir in der Vorbesprechung zu der Folge waren, hatten uns darüber unterhalten was denn die Ehe so konzeptionell macht.

01:04:23: abgesehen von Wirtschaft und Politik und Moralvorstellungen ist es ja offenbar für ihn so dass seine Ehefrau die letzte Person ist mit der er wirklich so regelmäßig Kontakt hat Und ich weiß jetzt nicht, wie ihr Leben aussieht.

01:04:41: Aber wenn das auch da umgekehrt ist... Wir sind damals mit dem Schuss gekommen zu sagen letzten Endes ist es extremst traurig weil eine Person von beiden wird ja zuerst sterben.

01:04:52: Also das ist ja unvermeidbar und dann ist die andere person halt.

01:04:56: also dann isst man allein Dann ist da niemand mehr.

01:05:01: Und ist das gerade nochmal wusst geworden?

01:05:03: Ja auch weil er ja grade Verstorben ist hat man jetzt natürlich.

01:05:07: also gehe ich mal davon aus dass die familie jetzt natürlich erst einmal von.

01:05:11: Überall her von Schauspielerinnen, RegisseurInnen von Medienhäusern erstmal Beilatzbekundung bekommt und man netten Anruf aber das geht ja.

01:05:23: danach ist man allein.

01:05:24: nun wissen wir der Ehrlichkeit halber auch nicht, wie es mit ihrer Familie aussieht.

01:05:29: Wie es mit ihrem Freundeskreis aussieht.

01:05:30: deswegen mag ich mir da keinen Urteil erlauben.

01:05:32: aber zumindest was diese Aussage im Allgemeinen angeht hast du ja recht das ist ja auch eine Gefahr für die Einsamkeit im Alter dass man es aufgrund der Karriere und die muss ja nicht mal so hochtraben sein wie die von Mario Adolf es nicht geschafft hat tiefe und bleibende Bindungen zu schaffen und dann sehr schnell Vereinsamt, wenn der Beruf weg ist.

01:05:58: Ja, stimmt mich zu!

01:06:00: Ich glaube wir können dann auch zum Abschluss des Interviews kommen denn der ist wieder so ein langer Kommentar von Nina Brockhaus.

01:06:05: und da schreibt sie ich stoppe das Aufnahmegerät.

01:06:09: Wir unterhalten uns über die Auswahl der Männern in unserem Buch.

01:06:12: Ich erzähle ihm von dem Inhaltergespräche Mit mir.

01:06:15: haben Sie gar nicht über die Krisen in meinem Leben gesprochen bemerkt Adolf Ich kann das Aufnahmegerät gerne wieder einschalten, erwidere ich.

01:06:23: Nein nein, das ist schon in Ordnung", schmunzelt er.

01:06:25: Wissen Sie?

01:06:26: Bei allem was ich während meiner Vorbereitung über sie gelesen habe erschienen sie mir nicht als der Mann für tiefe Krisen.

01:06:32: In ihnen verbirgt sich keine Melankolie.

01:06:34: erkläre ich ihm meine

01:06:35: Beweggründe.".

01:06:36: Also dieses Interview ist doch sehr melancholisch!

01:06:39: Ja

01:06:39: also es ist wirklich sehr viel von... ich hab mein Leben nicht genutzt um Freundinnen zu haben, was wir gerade hatten Die bleiben, ich hab in meinem Leben viel Leiter fahren durch den Krieg.

01:06:55: Durch die Nachkriegszeit und... Also das ist ja sehr melankolisch auch wenn er über seine Preise redet.

01:07:02: Die sind ja irgendwo ohne jetzt zu sagen dass wir nicht bedauernswert finden aber es ist ja schon Weil sie nicht, wo da ihre Einschätzung herkommt.

01:07:09: Nun ist aber Mario Adolf – das kann man durch andere Interviews sagen – kein humorloser Mensch gewesen.

01:07:15: Wir wissen also nicht auf welche Art und Weise er auch diesen Interview vorgebracht hat.

01:07:18: Aber ich würde schon sagen dass wenn man ein bisschen versucht zwischen den Zeilen zu hören bzw.

01:07:24: zu lesen, dass einem deutlich wird, dass in dieser Betrachtung des eigenen Lebens dann doch ein bisschen Wehmut drin steckt.

01:07:34: Und was wir jetzt nochmal brauchen wegen der Beweggründe der Autorinnen ist das Ende.

01:07:40: Ich werde noch oft an seine Kriegserzählungen und den Schmerz in seinen Augen denken, woran mich Mario Adolf erinnerte.

01:07:46: Wir dürfen Europa Freiheit und Frieden niemals für selbstverständliche achten.

01:07:51: Es gibt nichts Wichtiges Nichts Größeres Nichts wofür es sich mehr zu kämpfen lohnt.

01:07:56: Das sollten wir uns viel öfter bewusst machen.

01:07:59: auf Europa

01:08:01: Eine Höhne an an den EU, eine Hymne an die Union?

01:08:08: An Europa-Nationalismus.

01:08:12: Also wenn dir der eigene Nationalstaat nicht mehr ausreicht für Nationalismus und für Patriotismus dann nehmt einfach den nächsten größeren Staaten verbunden.

01:08:19: Naja also genau...

01:08:22: Nicht dass man dir noch nachsagt du sei es rechts!

01:08:25: Ohne jetzt das Interview zu sehr auf ein anderes Thema mützen zu wollen stimmt das ja schon.

01:08:31: Also Patriotismus bedeutet ja nicht ich bin unbedingt für die nächsten drei Quadraten mit um mich herum, sondern einfach zu dem wo man sich irgendwie dann auch Zugehörigkeit fühlt.

01:08:40: Und offenbar hat sich das in den letzten Jahrzehnten verlagert.

01:08:43: von Deutschland, wo wir zu rechten hatten zur zweiten Weltkrieg gesagt haben, schleicht ja jetzt ein bisschen weniger.

01:08:49: Patriotismus ist eigentlich

01:08:50: ganz so gut!

01:08:52: Achso, na ja dann sind wir halt einfach europatriotisch.

01:08:55: Nun... Wir hatten auf jeden Fall ein ausgewogenes Interview, ein sprachlich doch ansprechendes Interview und auch ein Interview, aus dem man vielleicht doch tatsächlich ehrlicherweise einiges mitnehmen kann.

01:09:11: Ich will nicht so viel versprechen aber das könnte sich in den nächsten Wochen ändern!

01:09:14: Was erwartet uns denn in der nächsten Episode?

01:09:17: In der nächsten Episode, wir haben eine Sache vergessen am Anfang.

01:09:22: Die Interviews sind ja immer überschrieben mit bestimmten Titeln.

01:09:27: Also es wird immer ein bestimmter Begriff der intervierten Person zugeordnet?

01:09:31: Genau und wir hatten jetzt diese Woche der Europäer Mario Adolf und widmen uns nächste Woche zur selben Uhrzeit auf dem selben Kanal einmal der Legende Stefan Ost.

01:09:45: Es wird großartig.

01:09:47: Allein beim Namen Stefan Auste bekomme ich schon so wohlige Gefühle...

01:09:50: Da haben wir jetzt den Stefan Austen, also ganz kurz damit man weiß worauf er sich freut.

01:09:56: Stefan Aust ist eine der zentralen Figuren der deutschen Mediengeschichte.

01:10:01: alleine schon deswegen wird er vielen bekannt sein weil er über die RF berichtet hat In dem Weg der Badermeinhof-Komplex, er war aber auch als Journalist jahrelang tätig und dann eben auch als Entscheider in der Branche.

01:10:19: Und insofern wird es da ganz interessant was er uns denn sozusagen hat über die Lage der Nationen.

01:10:24: wenn ihr das nicht verpassen wollt Dann folgt uns gerne auf allen Kanälen, auf denen wir hier verfügbar sind.

01:10:30: Sowohl auf allen möglichen Podcatchern sowie auf YouTube.

01:10:35: Liken teilen nicht vergessen Teilen insbesondere in der WhatsApp-Familiengruppe Das macht immer besonders viel Freude.

01:10:42: Richtig liebe Grüße von uns aus

01:10:44: Sehr gerne.

01:10:46: Wir sind auf Instagram zu finden unter TRTB.

01:10:50: Ja, TRTb und auch durch Podcast.

01:10:54: Ich muss mich ein bisschen dran gewöhnen.

01:10:59: Genau und ansonsten, wir sehen oder hören uns nächste Woche wieder.

01:11:05: Macht's gut bis dahin!

01:11:13: Das war Too Right To Be True Aufgenommen beim und mithilfe des Campus Radio Jena.

01:11:20: Vielen Dank für inhaltliche Beratung an das Frauenzentrum Tuwanda-Jena.

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